Änderungen in der Bewohnerzahl rechtfertigen die Übernahme auch von gegebenenfalls abstrakt unangemessenen Kosten für eine Übergangszeit von bis zu sechs Monaten.

Entscheidungen des Bundessozialgerichts vom 16.04.2013 zur Grundsicherung für Arbeitssuchende (SGB II)

2.1 BSG, Urteil vom 16.04.2013 – B 14 AS 28/12 R

Änderungen in der Bewohnerzahl rechtfertigen die Übernahme auch von gegebenenfalls abstrakt unangemessenen Kosten für eine Übergangszeit von bis zu sechs Monaten.


Die Regelung des § 22 Abs 1 Satz 3 SGB II, nach der unangemessene Aufwendungen für die Unterkunft und Heizung als Bedarf solange – in der Regel jedoch längstens für sechs Monate – zu berücksichtigen sind, wie es nicht möglich oder nicht zuzumuten ist, die Aufwendungen zu senken, greift auch bei Änderungen in der Bewohnerzahl, wie zB dem Auszug eines Mitbewohners.

Gegen die konkrete Angemessenheit des niedrigeren, abstrakt angemessenen Unterkunftsbedarfs und die Zumutbarkeit von Kostensenkungsmaßnahmen können Gründe sprechen, die auch einem Umzug entgegenstehen wie Krankheit, Behinderung, Pflegebedürftigkeit, Rücksichtnahme auf schulpflichtige Kinder, Alleinerziehung (vgl. BSG vom 22.8.2012 – B 14 AS 13/12 R).

http://juris.bundessozialgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bsg&Art=en&Datum=2013&nr=13025&pos=6&anz=46